Jasdorf

 

Flugzeugtyp:
Handley Page Hampden
Absturzdatum:
23.10.1941
Absturzzeit:
05.51 Uhr
Absturzursache:
Abschuss durch Flak
Werknummer:
AE256
Rufzeichen:
VN-D
Besatzung:
4 Mann (4KIA)
MACR:
 
Einheit:
50. Squadron
Startflugplatz:
Swindeby
Startzeit:
-
Herkunftsland:
GB
Am 23.10.1941 ereignete sich in der Scheinwerferstellung "Jasdorf" ein schweres Unglück. Ein von der Flak beschossener Bomber vom Typ "Handley Page Hampden", flog von Schilksee über die Kieler Förde und drehte kurz nach vier Uhr Morgens, bei Stein in Richtung Schlesen auf Süd-Ost-Kurs und griff dann aus etwa 50m Höhe die Scheinwerferstellung "Jasdorf" mit heftigen MG-Feuer an. Hierbei wurde ein deutscher Soldat am Fuß verwundet. Die MG-Bedienung der Stellung feuerte bereits aus einer Distanz von etwa 300m auf den herannahenden Bomber. Die Scheinwerferbedienung hielt das auf sie zufliegende Flugzeug bis kurz vor seinem Aufschlag im grellen Lichtstrahl. Bei diesem Absturz wurden der Scheinwerferführer, der Lampenheizer und ein Helfer getötet, sowie drei weitere schwer und ein Soldat leicht verletzt. Der 150cm-Scheinwerfer, das Horchgerät und der Gefechtsbunker wurden vollkommen zerstört.

Die vier Mann besetzte Maschine der Royal Air Force überlebte den Absturz nicht. Am folgenden Morgen begannen die Bergungs - und Aufräumarbeiten an der Absturzstelle. Zum Gedenken der deutschen und auch der englischen gefallenen Soldaten wurde nach dem Krieg (zwischen Vossberg und Neuenkrug) ein Mahnmal errichtet. Die englischen Soldaten wurden später auf dem Kiel War Cemetary umgebettet, nachdem man sie damals vor dem Mahnmal vorläufig beigesetzt hatte.

Ein Augenzeuge berichtet:
"(...) Unsere so sorgfältig gepflegten Anlagen, Geräte und Waffen lagen verbogen und völlig demoliert oder zerstört zwischen den Flugzeugtrümmern des englischen Bombers. Auch unser hölzerne Erdbunker war zusammengestürzt und ausgebrannt. Nur unsere an der Straße gelegene Baracke, in etwa 150m Entfernung, war leidlich erhalten. Von den einst zehn Mann der Besatzung traf ich dort noch drei an: drei Mann waren tot, vier weitere mit Knochenbrücken und Verbrennungen schwer verletzt. Einer von ihnen, der Gefreite Spreda, ist bald darauf an den Folgen der Verbrennungen gestorben. Ach Wachgänger hatte er den dicken Pelzmantel angehabt, der sich mit dem beim Aufschlag der Maschine herumspritzenden brennenden Flugbenzin sofort vollgesogen hatte. In seiner Panik hatte er das Koppelschloss nicht schnell genug zu öffnen vermocht und war als brennende Fackel eine ganze Strecke gelaufen, bis er zusammenbrach. Der Scheinwerferführer, Marineartilleriemaat Dreher, war durch den Explosionsdruck hundert Meter weit in ein Feld geschleudert worden, wo er erst später mit zertrümmertem Schädel gefunden wurde. Auch der Gefreite Rambow war etwa 30 Meter fort geschleudert und ebenfalls durch eine Schädelzertrümmerung getötet worden (...)"

 

Die Aufzeichnungen vom 1. Marine - Flak - Regiment geben für diesen Tag weitere Hinweise:

(Quelle: ehemalige Scheinwerfer- Leitoffizier E.G. Prühs)

24.10.41
Wind NNO 4-5, 1/10 bewölkt, 1500m, gute Sicht.
04.06 Uhr: Scheinwerferalarm.
04.13 Uhr: Flak-Alarm für alle.
06.24 Uhr: Kriegswache Achtung.
06.28 Uhr: Ruhe. Wachbatterien Kriegswache Achtung.

Ab 04.04 Uhr Einflug von etwa 18 feindlichen Flugzeugen an der Westküste zwischen St. Peter und Mitteldänemark. 9 von ihnen fliegen weiter über Schleswig und Flensburger Förde in den Raum zwischen Schlei und der Linie Bordesholm - Preetz, wo sie kreisen, um Kiel immer wieder aus allen Richtungen anzugreifen. Etwa 4 überfliegen dabei Kiel. Die Flugzeuge werden vielfach von den Scheinwerfern aufgefasst und erhalten Ziel- und Planfeuer. Abwurf von einigen Leuchtbomben sowie von etwa 3 mal Brandbomben und 19 mal Sprengbomben, die meist auf dem Ostufer der Förde niedergehen. Feind führt z.T. Tiefangriffe aus und erhält L.Flakfeuer. (leichtes Flakfeuer / 2cm)

05.51 Uhr ein Flugzeug bei Scheinwerfer Jasdorf abgeschossen.
06.20 Uhr letzter Abflug an der Flensburger Förde.
Luftgefahr für Kiel 03.57 Uhr - 06.23 Uhr
Flakalarm von 04.13 Uhr - 06.28 Uhr
Fliegeralarm 04.21 Uhr - 06.23 Uhr
Angriffsstärke: 9 Flugzeuge
Richtung: keine Grundrichtung

Form: Einzelflügelhöhe 2,0 - 4,5 überwiegend 4,0 und mehr, einzelne Tiefflüge 0,6.
Arbeiten und Wirkung der Messgeräte: ungleichmäßig.
Abwehrerfolge: nur 4 Flugzeuge überfliegen Kiel.   Ein Abschuss (Hampden).
Besondere Erfahrungen: Seit langer Zeit wieder einzelne Tiefangriffe auf Kiel. Ein Flugzeug schoss E.S., MG-Beschuss auf Kampfstellungen. Scheinwerfer Jasdorf wurde direkt mit Bordwaffen angegriffen. Ein Feindflugzeug setzte zur Ablenkung von anderen Flugzeugen Licht. Konzentrischer, verhältnismäßig energisch durchgeführter Angriff auf Kiel.

Art der Abwürfe:
Feind warf 1 Leuchtbombe, 3 mal Brandbomben, 19 mal Sprengbomben.

Sonstiges:
Durch Absturz des Flugzeuges entstanden bei Scheinwerfer Jasdorf folgende Verluste und Schäden:
3 Mann tot (SW-Führer, Lampenheizer und Stativglasbedienung),
2 schwer und 2 leicht Verletzte.

Scheinwerfer, Horchgerät und Stativglas zertrümmert und unbrauchbar, Gefechtsbunker ausgebrannt einschließlich Munition.
Keine Luftsperrtätigkeit wegen Wetterlage und Gasmangel.

Schusszahlen:
Schwere Flak-Planfeuer: 2223 Schuss
Schwere Flak-Zielfeuer:  2659 Schuss
insgesamt: 4882 Schuss
Leichte Flak: 3342 Schuss

Der Flugweg der abgeschossenen Page Hampden wurde wie folgt festgehalten:
Ein mit SO-Kurs in den Bereich NO eintretendes tieffliegendes Feindflugzeug vom Typ "Handley Page Hampden" wurde von den nördlichen Scheinwerfern des Ugruko (Untergruppenkommando) NO erfasst, zwischen den Orten Lutterbek und Prasdorf von den Batterien Passade, Heikendorf und Schönhorst beschossen, ging dann auf SSO-Kurs, wurde von den Scheinwerfern verloren, vom Scheinwerfer Adolfshof ungefähr über Wulfsdorf neu aufgefasst, von den Scheinwerfern Ratjendorf, Salzau und Jasdorf übernommen, drehte nach SO, ging hinter Schlesen in einem Bogen über S nach W, griff den Scheinwerfer Jasdorf aus ca. 100° an, und wurde von diesem zum Absturz gebracht.

Festgestellter Beschuss durch die beteiligten Batterien:

1.) Batterie Heikendorf: 16 Schuss, 53hm, 69° - 81°, Zh. 0,6
Beginn des Schießens: 05.48 Uhr
Ende des Schießens: 05.49 Uhr

2.) Batterie Schönhorst: 12 Schuss, 58-54hm, 25° - 32°, Zh. 0,5
Uhrzeit des Schießens: 05.50 Uhr

3.) Batterie Passade: 4 Schuss, 16hm, 295°, Zh. 0,6
Uhrzeit des Schießens: 05.48 Uhr

Besondere Bemerkungen:
Die Batterien Heikendorf, Schönhorst und Passade meldeten keine eigenen Treffer. Bei der geringen Zielhöhe und den dadurch bedingten ungünstigen Schussverhältnissen (große Seitenauswanderungen) war die Zeit zum Schießen und demgemäß auch die Schusszahl sehr gering. Von keiner Seite konnte Rauchentwicklung oder Feuerschein beobachtet werden. Das Flugzeug wurde bereits vor dem Beschuss in geringer Zielhöhe aufgefasst, woraus hervorgeht, dass der Tiefflug beabsichtigt war.

Stellungnahme des Flakgruko:
Der Zielweg ist für Zeit von 05.34 Uhr bis 05.39 Uhr durch E.M.III-Ortung (E.M.=Entfernungsmesser) des Gerätes Ottendorf, von 05.44 Uhr bis 05.57 Uhr durch E.M.III-Ortung des Gerätes Hasseldieksdamm festgelegt. Das Flugzeug überflog von NO kommend nördlich Wisch die Küste, kam über Fiefbergen und hielt bis zum Dobersdorfer See allgemein Kurs S z. W, überflog dann die Batterie Elmschenhagen, von wo aus es zu einer großer Doppelschleife über Schlüsbek, Kleinflintbek, zwischen Hassee und Winterbek das Stadtgebiet erreichte, die Stadt mit Kurs O z. S querend über Oppendorf und Schönkirchen nach Neumühlen ausholt. Mit Nordkurs bei starkem Kurven wird das Ostufer der Förde bei Rethdamm, das Westufer hart nördlich Friedrichsort überflogen, östlich von Schilksee wird die Förde wieder erreicht und mit einer Flachen Rechtskurve überflogen. Bei Stein erreicht die Maschine das Festland und fliegt mit Südostkurs nach Jasdorf.

 

 

Die entscheidenden Treffer waren erzielt, als es gelungen war, die Feindmaschine durch S-Flak-Beschuss von der Anfangshöhe von 2,2 in den L-Flak-Bereich herunterzudrücken. Dies geschah auf dem vom Dobersdorfer See über Elmschenhagen in südwestlicher Richtung verlaufenden Kurs zwischen 05.37 Uhr und 05.40 Uhr.

Das Flugzeug, das von zahlreichen Scheinwerfern der Ugrukos NO und SO aufgefasst und gehalten wurde, erhielt in dieser Zeit von folgenden Batterien deckenden Beschuss:

- Elmschenhagen: 5., 7., 8., 13.,14. Salve
- Meimersdorf: 6., 7., 8. Salve
- Hasseldieksdamm: 9., 10., 11. Salve

Batterie Ottendorf, deren 3. Salve auf dem Zielweg liegt, schoss zu hoch. Batterie Havighorst, die bei den ersten 4 Salven Gutlagen erzielt haben will, lag durchweg zu weit. Batterie Wik, die mit der 2. oder 3. Salve Treffer gemeldet hat, lag erheblich zu kurz. Diese Batterien haben wohl deckende Salven von Elmschenhagen, deren Salven bemerkenswert gut lagen (fast reinkommendes Ziel) als eigene beobachtet.   Unter lebhaften Feuer der L- und S-Flak (leichte und schwere Flak), wobei besonders im Bereich des Ugruko Mitte zahlreiche leichte Flaktreffer einwandfrei beobachtet werden konnten, ohne das im einzelnen festzustellen wäre welche Stellungen die Treffer erzielt haben, kurvte die Maschine in etwa 500m Höhe nach Norden zu Außenförde, und wurde auf ihrem Rückflug nach Süden von den Scheinwerfern des Ugruko NO übernommen. Um o5.51 wurde sie durch Blendwirkung und MG-Beschuss des Scheinwerfers Jasdorf zum Absturz gebracht. Deckende Salven wurden auf diesem Wege, der für den Abschuss nicht mehr entscheidend war, von folgenden Batterien mit Sicherheit erzielt:

- Voorde
- Ottendorf
- Schwartenbek
- Warleberg
- Schilksee
- Holtenau
- Heikendorf

Batterie Hohenschulen hat ebenso wie Ugruko SO die deckenden Salven von Schwartenbek für eigene gehalten. Das Schießen der Batterien Lilienthal, Hohenschulen, Warleberg, Marienfelde, Passade und Schönhorst lagen zeitweise gut. Die Schiffe "Viktoria" und "Sch 254" konnten mit ihren Waffen das Ziel nicht erreichen.

Zu diesem Abschuss hat der kommandierende Admiral folgende Entscheidung getroffen:

"Der Abschuss des am 24.10.1941 um 0551 Uhr bei Jasdorf abgestürzten Feindflugzeuges wird den s. Flakbatterien Elmschenhagen, Meimersdorf und Hasseldieksdamm gemeinsam zuerkannt. Der Scheinwerfer Jasdorf hat an diesem Abschuss besonderen Anteil. Die s. Flakbatterien Voorde, Ottendorf, Schwartenbek, Warleberg, Schilksee, Holtenau, Heikendorf, Lilienthal, Hohenschulen, Marienfelde, Passade, und Schönhorst, die 1. - 7. Batterie des Ugruko Mitte, sowie U-Jäger Zwickau, Flakhochstand Festungswall und Sperrprahm West des Sprrkdt. westl. Ostsee haben sich mit Trefferwirkung an der Bekämpfung des fdl. Flugzeuges beteiligt. (...)"

Auszüge aus den Gefechtsberichten und Abschussmeldungen zum Abschuss am 24.10.1941 um 05.51 Uhr bei Jasdorf

A) Marine Flak Abteilung 221 / Ugruko NW

1.) Schilksee
"... Am 24.10.41 um 05.51 Uhr ist bei Jasdorf ein Feindflugzeug niedergegangen. Dieses Flugzeug ist von der Batterie Schilksee beschossen worden. Das Feindflugzeug war im Süden der Batterie in einer Entfernung von 100 - 200 hm aufgefasst worden. Die Batterie, welche bereits auf die suchenden Scheinwerfer eingerichtet war, konnte das beleuchtete Ziel wenige Sekunden, nachdem es beleuchtet wurde, auffassen. Das Feinflugzeug, welches als Handley Page Hampden erkannt wurde, flog aus 170° auf die Batterie zu und mit einer geringen Wechselpunkt-Entfernung (Ewa kam gut unter Bereich) an dieser vorbei. Das Ziel stürzte um 05.51 Uhr in 142° ab.

Während die ersten Salven der Batterie Schilksee infolge starken Kurvens des Zieles seitlich heraus lagen, konnten die sechste und siebente Salve nach Seitenverbesserungen des Leiters als gut am Ziel liegend beobachtet werden, ebenso die zehnte Salve. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass an dem späteren Absturz die teilweise gut liegenden Salven der Batterie Schilksee zumindest erheblich beigetragen haben."

B) Marine Flak Abteilung 241 / Ugruko SO

1.) Elmschenhagen
"Das Kommando ist der Auffassung, dass durch den Beschuss das Flugzeug heruntergedrückt wurde und damit in den Bereich der leichten Flakwaffen kam. Das Ziel wurde um 05.36 Uhr aufgefasst und um 05.37 Uhr auf 74,6 hm Entfernung das Feuer eröffnet. Nach der 15. Salve wurde das Schießen 18 Sekunden unterbrochen, da das Ziel genau über die Batterie flog und anschließend durch Wolken verdeckt wurde. Es wurde beobachtet, dass das Flugzeug offenbar auf Grund des Beschusses stark herunter ging. Bei dem Abflug in Richtung Kiel kam es dadurch in den Wirkungsbereich der leichten Flak, von der es heftig beschossen wurde. Um 05.41 Uhr wurde beobachtet, dass der linke Motor brannte. Das Flugzeug kurvte dann noch längere Zeit, wurde um 05.42 Uhr noch einmal mit 4 Salven von der Batterie beschossen und stürzte dann in 3 ab."

2.) Havighorst
"Mehrere Gutlagen unter den ersten vier Salven, auf die das Ziel nach rechts abdrehte. Nach dem ersten Abwarten mehrere Gutlagen auf das kommende Ziel. Nach dem Wechselpunkt lag das Schießen durchweg etwas tief. Die letzte einzelne Salve lag ebenfalls tief. 05.41 Uhr wurde eine Rauchfahne beobachtet."3.) Meimersdorf"Beobachtete Treffer: Einige gut am Ziel liegende batterieeigene Sprengpunkte. Durch das gutliegende Feuer der Batterie wurde das Flugzeug zu starker Zielhöhenverminderung gezwungen, so das es in den Schussbereich der leichten Flakwaffen kam."

C) Marine Flak Abteilung 251 / Ugruko SW

"Flugzeug schoss mit Bordwaffen in Richtung Scheinwerfer Russee. Flugzeug erhielt auf leichte-Flak-Beschuss der Batterie Hasseldieksdamm mehrere Treffer in Rumpf und linke Tragfläche. und zeigte sofort Rauchentwicklung. Absturz der Maschine in 110° "

1.) Wik
"05.42 Uhr Flugzeug zeigte starke Rauchentwicklung. 05.47 Uhr und 05.48 Uhr wurden mehrere Treffer beobachtet. Bei der 2. oder 3. Salve wurde ein Treffer der Batterie am Flugzeug vom Flak-Leiter, dem Entfernungsmesser und dem Waffen-Leitvormann beobachtet. Das Flugzeug zeigte starke Rauchentwicklung, behielt aber die Höhe bei und drehte vom reinkommenden Ziel zum Vorbeiflug in Süd-Östlicher Richtung ab. Von leichter Flak wurde der Gegner zu dieser Zeit noch nicht beschossen."

2.) Voorde
"Die letzten zwei Salven lagen deckend."

3.) Hasseldieksdamm
"Flugzeug erhielt, von 8 verschiedenen Stellen in der Batterie beobachtet, mehrere Treffer in Rumpf und linke Tragfläche durch leichte-Flak-Beschuss der Batterie Hasseldieksdamm. Flugzeug zeigte sofort Rauchentwicklung, sodass Beschädigung hierdurch einwandfrei bestätigt wurde. Absturz der Maschine in 110°"

4.) Hohenschulen
"Die Salven lagen am Ziel; Treffer mit nachfolgender Raucherscheinung im mittleren Rumpf beobachtet. Spruch vom Ugruko: "Die Schüsse von Hohenschulen lagen am Ziel"

D) Marine Flak Abteilung 261 / Ugruko NO
"Ein mit SO-Kurs in den Bereich NO eintretendes tieffliegendes Feindflugzeug vom Typ "Handley Page Hampden" wurde von den nördlichen Scheinwerfern des Ugruko NO erfasst, zwischen den Orten Lutterbek und Prasdorf von den Batterien Passade, Heikendorf und Schönhorst beschossen, ging dann auf SSO-Kurs, wurde von den Scheinwerfern verloren, vom Scheinwerfer Adolfshof ungefähr über Wulfsdorf neu aufgefasst, von den Scheinwerfern Ratjendorf, Salzau und Jasdorf übernommen, drehte nach SO, ging hinter Schlesen in einem Bogen über Süd nach West, griff den Scheinwerfer aus ca. 100° an und wurde von diesem zum Absturz gebracht. Das Flugzeug wurde bereits vor dem Beschuss in geringer Zielhöhe aufgefasst, woraus hervorgeht, dass der Tiefflug beabsichtigt war."

E) Marine Flak Abteilung 271 / Ugruko Mitte
"Die gut beleuchtet Stadt und Hafen niedrig überfliegende Feindmaschine wurde stark beschossen; leichte-Flak-Treffer jedoch nicht beobachtet."

F) Sperrkommandant westliche Ostsee

1.) U-Boot-Jäger "Zwickau"
"Gegen 05.45 Uhr wurde ein feindliches Flugzeug (Kampfflugzeug, 2 Motoren, doppeltes Leitwerk) mit Kurs NO in einer geschätzten Höhe von 1000m und einer Entfernung von 4000m gesichtet. Nachdem das Flugzeug in einer Höhe von 800m und einer Entfernung von 1000m auf uns zuflog, nahm ich gegen 05.49 Uhr den Beschuss des Flugzeuges auf. Der erste Feuerstoß wurde in einer Höhe von 800m; Entfernung 1000m gegeben. Das Feuer wurde gegen 05.50 Uhr eingestellt. Die ersten Feuerstöße lagen neben der rechten Tragfläche. Die beiden nächstfolgenden Feuerstöße lagen genau im rechten Motor. Die weiteren Feuerstöße lagen im rechten Seitenleitwerk. Die Treffer wurden vom Kommandanten mit dem Doppelglas und vom Beobachter mit o7-Gerät einwandfrei beobachtet und festgestellt. Durch die gute Trefferlage des Beschusses verlor das Flugzeug beim 5. Feuerstoß erheblich an Geschwindigkeit."

2.) S.W.S. B:
"Gegen 05.50 Uhr wurde ein feindliches Flugzeug mit Kurs SSO auf NNO in einer geschätzten Höhe von 350 bis 400m gesichtet. Da die Höhe und Entfernung einen wirkungsvollen Beschuss in Aussicht stellte, eröffnete ich sofort das Feuer. Ich gab 3 Feuerstöße von je 4 Schuss ab. Die Schüsse lagen genau in der Kanzel der Maschine. Mit MG wurden 27 Schuss abgegeben. Der erste Feuerstoß lag vor der Maschine. Der zweite Feuerstoß lag in der Kanzel der Maschine."

3.) Flak-Hochstand Sperrkommandant Festungswall Friedrichsort
"Die ersten 2 Feuerstöße lagen im Leitwerk. Nach einer von mir angegebenen Verbesserung konnte ich sehr gut mit Doppelglas beobachten, das die 3 nächsten Feuerstöße genau im Steuerbordmotor lagen. Die nächsten drei Feuerstöße lagen im Rumpf des Flugzeuges. Der letzte Feuerstoß traf genau die Kanzel."

4.) Logger Viktoria
"Die Schüsse lagen vor der Kanzel. Wirkung wurde einwandfrei nicht beobachtet."

5.) Sperrprahm West
"Die ersten drei Feuerstöße lagen unmittelbar über der Maschine. Die nächsten Feuerstöße lagen im Ziel."

6.) S.W.S. "Sch 254"
"Beim dritten Feuerstoß wurden von mir mit Sicherheit 5 Treffer im Rumpf des Flugzeuges mit Doppelglas genau beobachtet. Bei dem nun folgenden Feuerstoß wurden mit Sicherheit weitere 3 Treffer mit dem Doppelglas von mir festgestellt."

G) Flakgruko Hochstand
"05.43 Uhr Rauchfahne.
05.47 Uhr Flugzeug qualmt."

One thought on “Jasdorf

  1. My uncle, Sergeant Samuel Barton was one of the crew members of the Handley Page Hampton AE256 which was shot down over Jasdorf. He died, aged 23, around 15 months before I was born. He had been married to my aunt for just one month. The memorial that was erected is a credit to all those involved in building it. The website has been of great help to me in researching the background as to how an uncle, that I never knew, lost his life.
    Thank you so much.

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