Postfeld

 

Einheit: ?/241
Batteriechef:  -
Scheinwerfer: 200cm
Bewaffnung: 1 x 2cm Fla-MG

Die Scheinwerferstellung Postfeld befand sich ab Herbst 1941 etwas außerhalb von Postfeld auf einer Anhöhe, hier diente eine 12-15 Mann starke Besatzung.

Noch heute ist das Fundament im Erdreich zu sehen, auf dem der Scheinwerfer installiert war. Für den enormen Stromverbrauch des Scheinwerfers stand ein Dieselaggregat zur Verfügung, dass in einiger Entfernung zum Scheinwerfer neben einem Feldweg im Knick stand. Der durch das Aggregat erzeugte Strom wurde ausschließlich für den Gebrauch des Scheinwerfers verwendet. Für die anderen Stromverbraucher der Stellung stand das öffentliche Stromnetz zur Verfügung. Zur Ausrüstung der Batterie gehörte ein Flakrichtgerät, ein Funkmessgerät, ein Ringrichter-Richtungshörer, ein Flakfernrohr und auch ein am Postfelder See befindliches Mehrzweckboot mit Außenbordmotor, mit dem es auch möglich war zu segeln oder zu rudern. Von 1943 an wurden auch Frauen als "Marine- und Luftwaffenhelferinnen" am Scheinwerfer eingesetzt. Die reguläre, bisherige Besatzung war größtenteils an die Front versetzt worden und es musste auch hier für Ersatz gesorgt werden. Die am Scheinwerfer eingesetzten Frauen stammten aus Österreich, Sachsen und dem Rheinland.

Die Preetzer Zeitung veröffentlichte kurz vor Kriegsende am 12.04.1945 folgenden Artikel:

Wir erwarten den Feind. Ein Abend von vielen bei den Mädeln am Scheinwerfer. Leise und fast unmerklich wird aus dem Tag der Abend. Funkelnd und schön steht der Abendstern am Himmel, einsam noch, bis um ihn her das ewige Sternenflimmern ist. Es kündet von der Ewigkeit über uns und macht um mich hier alles ruhig und friedlich. Wie wird das Herz weit und erfüllt sich mit dem Ahnen des tiefen Sinnes, der trotz aller Grausamkeit und allen Leidens letztlich doch in dem Geschehen unserer Zeit liegt. Aber es sind nur wenige Minuten, die ich sinnend und still in dem abendlichen Frieden verweile. Dann zieht es mich wieder zu meinen Kameradinnen, die nun sofort von mir wissen wollen, ob sich der Himmel schon bezogen hat, oder ob heute gutes Leuchtwetter ist. Gutes Leuchtwetter? Ja, daran habe ich eben, als ich draußen stand, nicht gedacht, obwohl es doch nahe liegt. Natürlich ist bei solchem Himmel gutes Leuchtwetter. Ach, und es wird vielleicht auch nicht mehr lange dauern, dann brummt und summt und kracht es wieder.

"Die Zeitansage: 19 Uhr 1 Minute! Achtung! Die Luftlage: Über dem Reichsgebiet befindet sich kein feindlicher Kampfverband!" "Aaah!-Gott sei Dank!". Fast einstimmig klingt dieser befreite Ausruf. Wenn es doch heute Abend einmal ruhig bliebe! Seit fast vier Wochen geht es nun jeden Abend raus, zwei - und dreimal oft. Fast ist der Fliegeralarm schon zur Gewohnheit geworden. Und heute Abend wird- "Achtung! Achtung! Wir geben eine Luftlagemeldung! Schwacher Verband schneller Kampfflugzeuge über der Deutschen Bucht im Anflug auf Schleswig-Holstein!" Sie kommen! So eine Bande, eine elende! Und schon nach gar nicht langer Zeit wird der Anflug auf Hannover-Braunschweig gemeldet - für uns ein Signal zum "Alarm fertigmachen".

Und nun ist es soweit. Der Tanz geht los, ein Tanz, den auch wir mittanzen. Bei dem Leuchtwetter! Wir erwarten den Feind, denken dabei an Berlin, an die vielen gehetzten, gequälten Menschen. Wie viel Leid und Not wird es heute geben? Aber nur wenige Minuten kommen uns solche Gedanken, dann brummt es heran, wird leuchtend hell, bumst und kracht. Ein Scheinwerfer nach dem anderen leuchtet auf, Scheinwerferkreuze bilden sich, Maschinen werden gefasst, geführt und übergeben, aber gehen auch verloren. Bei uns herrscht fieberhaftes Angestrengt sein. Laut und energisch tönen die Befehle unseres Zug - und Scheinwerferführers und spornen uns an. Da! - Gefasst! - Ruhig und sicher führt unsere Nachbarbatterie das Ziel im Scheinwerferkegel. Höchste Konzentration spiegelt sich auf allen Gesichtern. Oh, das klappt! Gott sei Dank! Aber was ist das? Tücke des Schicksals, oder besser, des Objekts! Wieder eine Sicherung durch! Ein kräftiger Fluch unseres Scheinwerferführers! Schnell eine neue Sicherung! So, nun weiter! "Licht auf!" - "Abblenden!" - "Neu Anrichten!" - "Ans Ziel geben!" - "Suchen in 3!" - So wechseln die Befehle bunt untereinander ab, ungeachtet der in gar nicht so große Entfernung fallenden Bomben. Wir sehen und hören kaum, was um uns geschieht, sind wir doch mit allen Kräften bestrebt, unsere Funktionen genau und sicher durchzuführen. Wir wollen es doch einmal so schaffen, wie es die Soldaten vor uns geschafft haben. Noch haben wir dieses Ziel nicht erreicht, haben aber den besten Willen dazu und sind über jeden Schritt froh, der uns näher bringt. Das Motorengebrumm wird ferner und verstummt bald ganz. Ein Werfer nach dem anderen blendet ab. Endlich das erlösende: "Ende, Ende!" Aber nun wirklich Ende, nicht nur mit dem Alarm! Auf dem schnellsten Weg ins Bett! "Wenn diese Bande noch einmal kommt - ich stehe nicht auf! Man kann heute Abend nicht mehr von mir verlangen!" - "So, mehr mehr kann man heute Abend nicht mehr von mir verlangen, Fips, meinst du wirklich? Oh, wenn man dich nicht kennen würden! Immer bist du die Erste, die bei Alarm am Gerät ist, magst du auch noch so oft deinen geliebten Strohsack verlassen müssen. Keine Viertelstunde ist vergangen, schon ist aus der Wirklichkeit Traum geworden. Draußen funkelt weit und hoch der unendliche Sternenhimmel - ein Stück Ewigkeit über der tobenden ruhelosen Nacht." 

(Quelle: Chronik von Postfeld)

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