Hoffnungsthal

 

Flugzeugtyp:
Short Stirling I
Absturzdatum:
21.08.1942
Absturzzeit:
-
Absturzursache:
-
Werknummer:
BF338
Rufzeichen:
HA-Q
Besatzung:
7 Mann (6KIA 1POW)
MACR:
-
Einheit:
 218 Squadron
Startflugplatz:
Downham Market
Startzeit:
20.15 Uhr
Herkunftsland:
GB

Der Einsatz in der Nacht des 21.08.1942 war für die Staffel eine kostspielige Angelegenheit, der Verlust von vier erfahrenen Besatzungen ein schwerer Schlag auf die Moral. Die Wetterbedingungen für den Angriff in dieser Nacht waren für die Alliierten äußerst schlecht und entsprachen nicht denen der Vorhersage. Vier Bomber des 218. Squadron wurden aufgrund schlechter Wetterverhältnisse und vermutlich durch Flaktreffer abgeschossen. Lediglich das Schicksal einer abgeschossenen Maschine könnte nun recherchiert werden. Der Abschuss einer Maschine durch die Marineflak wurde im Bereich von Eckernförde beobachtet. Die gesamten Flugstunden dieser Short Stirling betrugen lediglich 21 Stunden und 15 Minuten.

Der Verbleib, bzw. die Absturzorte der weiteren drei Bomber konnte bisher nicht geklärt werden. 66 Jahre nach dem Absturz können jetzt erstmals Fotos von der Absturzstelle veröffentlicht werden, die das Ausmaß dieses Unglückes, bei dem auch Zivilisten den Tod fanden, erahnen lassen. (Meinen Dank an dieser Stelle an Herrn Stieper aus Eckernförde!)

Die Aussagen der zur Recherche vor Ort befragten Zeitzeugen bestätigen nun den Verlauf des Unglücks, mit den auf dem Bildmaterial zu erkennenden Details. Hiernach ist davon auszugehen, dass der Pilot versucht haben muss eine Notlandung durchzuführen. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse bei Nacht, sofern kein Vollmond und kein wolkenlose Nacht herrschte, konnte er nicht erkennen das er beim Aufsetzen der Maschine direkt auf einen Knick und die dahinter befindlichen Häuser steuerte. Möglich ist auch, das er aufgrund technischer Schwierigkeiten keine andere Möglichkeit sah die Maschine sofort notzulanden.


Der Aufsetzpunkt auf dem Brahmberg. Die Schleifspuren hinter dem Zaunpfahl ist deutlich zu erkennen.


Das Heck der Maschine liegt im Knick auf dem Kopf.

Der Unglückshergang lässt sich relativ genau rekonstruieren, wonach die Maschine bereits auf dem Brahmberg aufsetzte. Offensichtlich war das Fahrwerk nicht ausgefahren, denn die zu erkennenden Schleifspuren deuten darauf hin, dass hier der Rumpf des Flugzeuges auf der Erde entlang rutschte. Etwa einhundert bis einhundertfünfzig Meter später prallte der Bug der Maschine gegen den in der Senke befindlichen Knick. Die Trümmerteile die auf den Fotos zu erkennen sind, hierzu gehört auch der hintere Rumpfbereich, bei dem das Heck abgerissen ist, zeigen, dass sich die Maschine beim Aufprall gegen den Knick überschlagen haben muss. Teile der Tragflächen und des Fahrwerks wurden ebenfalls abgerissen, flogen fast einhundert Meter weit und trafen hier eines der Wohnhäuser und ein daneben befindliches Stallgebäude. Das Stallgebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, während das Wohnhaus stark beschädigt wurde und hier einige Bewohner ums Leben kamen. Auf einem Foto ist deutlich eine große dunkle Verfärbung zu erkennen, die weder von einer Rauchentwicklung, noch von Löschwasser stammen können, sondern größere Mengen Kraftstoff vermuten lassen, die aus den Kraftstoffbehältern der Tragflächen stammen. Teile des mit Dachziegel gedeckten Hauses fehlen, auch lässt sich an der linken Hausseite ein größeres Loch in der Wand erkennen. Die rechte Haushälfte (Rückseite), an der keine Brandspuren zu erkennen sind, ist vollkommenen zerstört, das gesamte Dach dieser Haushälfte fehlt, die Fenster sind heraus gerissen, nur zwei Schornsteine blieben stehen.


Ein Torpedo, das die Maschine mit sich führte.


Eine Propellernabe und eine der zwei Triebwerkaufhängungen.

Der in der Heckkanzel befindliche Schütze konnte erst Stunden später aus der stark beschädigten Kanzel befreit werden. Es ist bisher nicht bekannt, ob es sich hierbei um den einzig Überlebenden gehandelt hat. Erst am folgenden Tag wurden zwei weitere Besatzungsmitglieder tot, in der Nähe des Hügels zwischen den hohen Gräsern, aufgefunden.

Die Recherche dieses Absturzes erwies sich als sehr schwierig, obwohl der Absturzort dieser Maschine namentlich bekannt war. Um aber sicher zu sein, das es sich hierbei tatsächlich um dieses Flugzeug und diese Besatzung handelt, waren Trümmerteile nötig, die auf diesen Flugzeugtyp hinweisen. Die Angaben der Zeitzeugen waren nur sehr spärlich und variierten vom Absturzdatum um bis zu zwei Jahre. Erst der Fund eines einziges Trümmerstückes konnte schließlich das Schicksal dieser Besatzung aufklären. Hierbei zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, auf möglichst viele Details des Absturzes sowie die noch vorhandenen Trümmerteile angewiesen zu sein, um ein abgestütztes Flugzeug zu identifizieren.

 

Die Besatzung

Über Flight-Sergeant Leonhard Hartley ist bekannt, das er im April 1942 dieser Einheit zugeführt wurde. Er führte vom 08.04.1942 bis zum 06.06.1942 insgesamt 12 Versuchsoperationen durch und nahm an dem 1000-Bomber-Angriff auf Köln am 30.05.1942 teil. Seinen ersten Einsatz als Captain flog er am 12.07.1942 , weitere zehn Einsätze folgten.

Der Beobachter Sgt. Podmore flog seinen ersten und letzten Einsatz am Tage des Absturzes in Hoffnungsthal durch. Die Besatzung dieser Maschine war in der Hinsicht einzigartig, das vier Besatzungsmitglieder verheiratet waren.

 
 
 
Einer der 1590PS starken Bristol Hercules XI Doppelsternmotoren.

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