Felde

 

Flugzeugtyp:
Short Stirling I
Absturzdatum:
13.10.1942
Absturzzeit:
22.00 Uhr
Absturzursache:
Abschuss durch Flak und Jäger
Werknummer:
BK599
Rufzeichen:
BU-R
Besatzung:
6 Mann (5KIA 1POW)
MACR:
-
Einheit:
214 Squadron
Startflugplatz:
Chedburgh
Startzeit:
-
Herkunftsland:
GB

Am Dienstag den 13.10.1942 flog der englische Bomber mit seiner sechs Mann starken Besatzung aus Richtung Rendsburg kommend auf Kiel zu. Kurz vor 22.00 Uhr brach vermutlich durch Treffer von Jäger und Flak der Funk- und Sichtkontakt zu den anderen Maschinen der angreifenden Bomberformation ab, das Flugzeug wurde vermisst.

Nach Zeitzeugenaussagen konnten die letzten Minuten der "Short Stirling I" recherchiert werden;

Bereits im Rendsburger Raum griffen deutsche Jagdflugzeuge die englische Bomberformation an, wobei ein Bomber durch die Scheinwerferbatterien "Sehberg" und "Tüttendorf" im Scheinwerferstrahl verfolgt wurde. Neben den deutschen Jagdflugzeugen beschoss auch die Flakbatterie "Hohenschulen" das herannahende Flugzeug. Durch schwere Treffer an Höhe verlierend, trudelte die angeschlagene Maschine nur knapp an Bredenbek vorbei und knapp einhundert Meter über dem Forst "Rolfshörn" hinweg.Im Dorf Felde wurde bereits Fliegeralarm gegeben.

Das Flugzeug verlor immer mehr an Höhe, überflog den Ort Felde und raste nur wenige Meter über der Erde auf ein Gutshaus am Westensee zu. Einer der Schornsteine am Haus und die Baumkrone einer der dort stehenden Buchen wurden vom Rumpf des Flugzeuges abgerissen. Sekunden später zerschellte die Maschine, etwa 40m vom Gutshaus entfernt, in dem dort angelegten Obstgarten.

Ein Zeitzeuge berichtet:

"Ich war damals zehn Jahre alt. Gegen 22.00 Uhr gab es Fliegeralarm. Wir lagen schon im Bett. Dann mussten wir schnell aus dem Haus. Plötzlich hörten wir das laute Brummen und sahen dann das ganz tief über uns hinweg trudelnde Flugzeug. Es flog direkt auf das Gut zu. Dann hörten wir den lauten Knall. Mein größerer Bruder lief sofort über die Felder, hin zu dem abgestürzten Flugzeug. Man konnte sehen wie es am Gutshof brannte. Gespannt wartete ich auf meinen Bruder. Aber er kam erst nach einigen Stunden wieder..."

Unten: Der Garten des Gutshauses im heutigen Zustand - und kurz nach dem Absturz des Bombers im Oktober 1941

Unten: Zwei Zylinderköpfe einer der vier luftgekühlten Sternmotoren - Mahnmal und Relikte zugleich.

Von der sechsköpfigen Flugzeugbesatzung kamen fünf Mann ums Leben. Nur Sgt. Cameron überlebte den Absturz und wurde bis zur Abholung durch die Wehrmacht bei Lubinus in Felde untergebracht. Er kam in Gefangenschaft.

Der in deutsche Gefangenschaft geratene Sergeant Cameron durchlief hierbei folgende Gefangenenlager:

1. Reserve-Lazarett Obermaßfeld (Wehrkreis IX), Kassel
2. Stalag Luft 1 (Wehrkrei II), Stettin
3. Stalag 20A (Wehrkreis XX), Danzig
4. Heydekrug (Wehrkreis I), Königsberg
5. Stalag 357 (Wehrkreis XI), Fallingbostel

Am 1.11.1945 traf er aus der Gefangenschaft entlassen, in Toronto / Kanada ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.