Bredenbek

 

Flugzeugtyp:
Hawker Typhoon Ib
Absturzdatum:
Anfang 05.1945
Absturzzeit:
-
Absturzursache:
Abschuss durch 2cm-Vierlingsflak
Werknummer:
-
Rufzeichen:
-
Besatzung:
1 Mann (1 POW?)
MACR:
-
Einheit:
-
Startflugplatz:
-
Startzeit:
-
Herkunftsland:
GB
Das eigentliche Primärziel der amerikanischen Bomber und Jagdflugzeuge war an diesem Freitag ursprünglich Berlin. Aufgrund starker Bewölkung war das geplante Zusammentreffen der Bomber mit einer Jäger-Eskorte über dem Feindgebiet jedoch vollkommen unmöglich. Man nahm also Kurs auf das Sekundärziel - die Stadt Kiel. Angriffsziele waren unter anderem der Nord-Ostsee-Kanal und die Industrieanlagen.

Zeitzeugen berichteten über einen Vorfall, der sich vermutlich in den letzten Kriegsjahren zugetragen hatte. Hierbei handelt es sich um ein englisches Jagdflugzeug, das am Tage einen in Brandsbek (bei Felde) stehenden Güterzug im Tiefflug mit seinen Bordwaffen angriff. Die am Ende des Güterzuges auf einem Waggon befindliche Vierlingsflak eröffnete das Abwehrfeuer auf den angreifenden Jäger. Nach Zeitzeugenaussage wurde das Jagdflugzeug hierbei schwer getroffen, stieg kurz darauf steil in die Höhe und der Pilot sprang mit dem Fallschirm aus der Maschine. Sekunden später wurde beobachtet, wie die führerlose Maschine aus großer Höhe senkrecht in den in der Nähe befindlichen Wald stürzte. Der Pilot wurde mit seinem Fallschirm in den Bäumen hängend aufgefunden und geriet in Gefangenschaft.

Die aufwendig kartierte Absturzstelle der Hawker Typhoon Ib. Man kann deutlich erkennen, dass die Maschine aus einem flachen Winkel aus südöstlicher Richtung kommend aufgeschlagen ist.

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Die Recherche vor Ort erwies sich trotz genauer Beschreibung der Absturzstelle als sehr schwierig. Die Erfahrungen über "genaue" Angaben von Flugzeugabstürzen oder auch von Flugzeugtypen hat gezeigt, dass diese von den Tatsachen oftmals stark abweichen. Diese Erfahrung habe ich auch hier machen müssen, zumal mir zwei unterschiedliche Beschreibungen über den Flugzeugtyp und dem Absturzort zweier Zeitzeugen vorlagen. Nach Absprache mit dem zuständigen Forstbeamten, konnte ich nach drei Stunden die ersten Fundstücke ausfindig machen. Nach den Angaben der Zeitzeugen sollte es sich bei diesem abgestürzten Flugzeug um eine amerikanische P-47 "Thunderbolt" handeln. Nach mehreren Stunden habe ich den Absturzort großflächig abgesucht und hierbei zahlreiche Überreste von dieser Maschine finden können. Die genaue Bestimmung des Flugzeugtyps durch die Fundstücke ergab, dass es sich hierbei nicht um einen amerikanischen Jäger, sondern um einen englischen Jäger handelt.

Trotz sehr langer Recherche und intensiver Suche nach Zeitzeugen, konnte das Absturzdatum nicht ermittelt werden. Erschwert wird die Recherche dadurch, dass zum Ende des Krieges mehrere Flugzeuge dieses Typs in der Nähe von Kiel abgestürzt sind und keine dieser Maschinen zum jetzigen Zeitpunkt zugeordnet werden konnte.

Bei diesem Fundstück handelt es sich um den Deckel der "Gun-Cam", einer in der Tragfläche installierten Kamera, die vom Piloten manuell bedient wurde. Dieses gut erhaltene Fundstück hat maßgeblich zur Identifizierung dieses Flugzeuges beigetragen.

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