Luftangriff auf Lübeck

Luftangriffe auf Lübeck

 

» Sachschäden der Berlin-Lübecker Maschinenfabriken
» Sachschäden der Firma Hannemann & Co.
» Durch Schäden verursachte Produktionsstörungen der BLM-Werke
» Zustand der Fa. Hannemann & Co.
» Hilfeleistung außenstehender Dienststellen

Schadensbericht des Kraftwerkes Lübeck, nach dem Luftangriff auf die Hansestadt am 16.07.1942

Am späten Abend des 16.07.1942 wurde in Lübeck um 22.00 Uhr Fliegeralarm ausgelöst, vierundzwanzig Minuten später überflog eine Feindmaschine das Kraftwerk Lübeck-Herrenwyk in ostwestlicher Richtung und warf mehrere Sprengbomben ab. Eine der abgeworfenen Sprengbomben traf als Volltreffer einen in der Kesselanlage mit Gichtgas geheizten Kessel von 600qm Heizfläche und brachte diesen zur Explosion. Durch die starke Explosion des Kessels entstanden weitere Schäden, die wie folgt beschrieben werden;

1. Völlige Zerstörung des getroffenen Kessels
2. Zerstörung der rechts und links stehenden Nachbarkessel (Instandsetzung unmöglich)
3. Beschädigung weiterer drei Kessel
4. Beschädigung der Hauptdampf- und Speisewasserleitungen (Schäden umfangreich)
5. Beschädigung des eisernen Kohlenbunkers von ca. 150 t. Fassungsvermögen
6. Völlige Zerstörung einer Eigenverbrauchs-Travo-Station, bestehend aus drei Transformatoren von insgesamt 1200 kVa mit den dazugehörigen zweisystemigen Schaltanlagen
7. Völlige Zerstörung der Holzbedachung des Kesselhauses und des Bürogebäudes
8. Völlige Zerstörung einen Teiles (ca. 30%) der Fachwerk- und Dacheisenkonstruktion des Kesselhauses
9. Teilweise Beschädigung der Gichtgasleitung
10. Totalzerstörung der umfangreichen Fensterverglasung aller Gebäude
11. Totalzerstörung der Oberlichtverglasung des Kessel- und Maschinenhauses
12. Teilweise Zerstörung der Ziegelbedachung des Schalthauses des Wohlfahrtsgebäudes
13. Totalzerstörung eines Wellblech- und Fachwerkschuppens (Eislager) und Teilzerstörung des Daches der Werkstatt
14. Beschädigung einiger 30 kV-Freileitungen (Drahtbrüche)

Ein Teil der Stromversorgung der Stadt Lübeck konnte bereits einige Stunden nach dem Luftangriff durch Fremdstrombezug über die Transformatorenstation Geninerstraße wieder aufgenommen werden. Nachdem die zerstörten Freileitungen instandgesetzt waren, konnte 15 Stunden nach dem Angriff das gesamte Versorgungsgebiet mit Fremdstrombezug (mit einer Einschränkung von ca. 25%) beliefert werden.

Durch den explodieren Kessel wurde der Heizer Ernst Sch., der zur Notbelegschaft gehörte, bei der Ausübung seines Dienstes tödlich verletzt. Verletzungen der übrigen Belegschaft, die als Notbelegschaft und Brandwachen tätig waren, sind außer unbedeutenden Verletzungen, wie Hautabschürfungen und Prellungen, nicht aufgetreten.

Die Lübecker Flender-Werke melden den mehrfachen Überflug feindlicher Flugzeuge, um 22.45 Uhr den Abwurf von vier Sprengbomben aus einem zweimotorigen Bomber, der das Werk in ca. 800m Höhe von Nordost nach Südwest überflog. Die erste der vier abgeworfenen Bomben fiel ca. 25m vom Ausrüstkai in die Trave, die übrigen drei folgten im Reihenwurf mit Abstand von ca. 25m auf freies Gelände.

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